In der Tat ein sehr spannender Ausflug in eine etwas andere Welt.
Das Andere:
In England wird nicht nur links gefahren, es gibt viele Kleinigkeiten, die anders sind. Das Besteck im Lokal liegt links auf dem Tisch, die Steckdosen sind anders und haben alle einen eigenen Schalter zum Einschalten. Die Wasserhähne sind alle zu nahe am Beckenrand, kalt ist links, warm rechts. Die Türschlösser sind nach links zum zuschließen. Im Supermarkt wir schon heute häufig selber gescannt und am Automaten bezahlt. Die Straßen sind in einem schlechten Zustand, wie vieles im Land. Die historischen Gebäude und Kirchen sind meistens gut renoviert und gepflegt, da zahlt man gerne auch in Kirchen Eintritt. Uns sind aber viel mehr Obdachlose in den Straßen aufgefallen, nicht nur die üblichen Bettelbanden, die man hier auch in vielen Innenstädten sieht.
Wetter:
Tja und das Wetter – einfach ugly. Sicher hat es in Deutschland auch viel geregnet, aber irgendwie scheint es in England öfter und länger zu regnen. Vor allem der fiese, ausdauernde Nieselregen geht an die Substan, und wenn dann die Sonne herauskommt wird es sofort sehr schwül.
Brexit:
Die Brexit Kampagnen wurden mit viel Heuchelei und Lügen geführt. Die Fernsehdiskussionen eine einzige Katastrophe. Die Menschen haben sich in den Fußgängerzonen fast geschlagen, weil sie anderer Meinung waren, nicht gerade zivilisiert. Das Ausscheiden bei der Fußball-EM gegen den Underdog Island ist da nur noch das Sahnehäubchen auf das ganz Brexit-Elend. Wir drücken die Daumen, dass Großbritannien einen vernünftigen Weg für sich findet und trotzdem in unserer nähe bleibt. Vielleicht hilft es uns ja auch die etwas angestaubten EU-Ideen weiter zu entwickeln und den Bürokratiewahnsinn etwas einzudämmen. Hoffentlich lernt Europa etwas aus dem Brexit.
Landschaft:
Sehr gut gefallen haben uns die kahlen Bergrücken mit den grasenden Schafen und die hohen Hecken, die die Landschaft in kleine Mosaike teilen.Die unglaubliche vielfalt an historischen Gebäuden. Wer ein wenig Interesse an Geschichte hat, wird seine wahre Freude daran haben. Die großen Städte sind verkehrstechnisch die blanke Katastrophe, wir waren zu Fuß oft schneller als die Autoschlange, in der auch die Busse standen. Die vielen Kreisverkehre sind sehr gewöhnungsbedürftig und für den Durchgangsverkehr eher verzögernd. Wen es in einsame Landschaften lockt, der ist in Wales sehr gut aufgehoben. Kilometerlange einsame Straßen, besser Sträßchen – oft nur eine Spur breit und mit Ausweichstellen alle 500 Meter. Mit großen Autos oder gar Wohnmobilen nicht zu empfehlen. An den Küsten ist das Wetter oft besser als im Landesinneren, aber die Hotels an den Uferpromenaden wirken oft nicht einladend, sind vielfach unrenoviert und leicht antiquiert. Wir haben es nicht ausprobiert, sondern sind lieber in Bed & Breakfast ins Hinterland ausgewichen.
Essen:
Eine Reise lohnt sich aber immer, auch wegen diverser Leckereien (Tea, Scones, Clotted Cream, Shortbread, Lemon-Curd, Bacon, Pies, Steaks, Burger und vieles mehr hat uns sehr gut geschmeckt. Eine schöne Sache sind die Tea-Rooms, nicht so etepetete wie die deutschen Kaffees und mit lecker Tee und Gebäck zu einem erschwinglichen Preis. Zum Full English Breakfast können wir nur sehr robusten Mägen raten, aber man kann sich Teile davon heraussuchen und muss sicherlich nicht hungern.
Menschen:
Wir haben fast ausschließlich sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Engländer sind freundlich, neugierig und kommunikativ. Und in zwei heiklen Situationen haben uns zwei super nette, etwas deutsch Sprechende Ladies weitergeholfen. Die Welt ist manchmal sehr klein.
In den nächsten Wochen wird es auf Flickr, viele zusätzliche Bilder in besserer Qualität als hier auf dem Blog geben. Der Link dazu: weitere Fotos zur Reise: Morty 2016
Danke allen Mitlesern für das Feedback und die Begleitung – so waren wir nie ganz alleine 🙂
































































